Die Loisach-Kochelsee-Moore

Dr. Martina Melzer, veröffentlicht: 23.6.26

 

Die Loisach-Kochelsee-Moore befinden sich zwischen den Ortschaften Schlehdorf, Kochel, Benediktbeuern, Penzberg und Sindelsdorf und umfassen circa 3600 Hektar. Sie gelten als eines der wichtigsten zusammenhängenden Feuchtgebiete Deutschlands. Außerhalb der stärker geschützten Gebiete sieht man vom Moor nicht mehr viel, weil große Teile trockengelegt wurden für die Landwirtschaft. Doch vor allem in der Nähe von Kochel und Benediktbeuern kannst du noch echte Moorlandschaft auf ausgewiesenen Pfaden entdecken. 

 

Nebel im Moos

Das „Moos“, wie Einheimische die Moore nennen, steckt häufig im Nebel. Für Fotografinnen wie mich ist das natürlich perfekt – jedenfalls, wenn Bodennebel ist. Der Hochnebel, der in den Wintermonaten sehr zäh über dem Gebiet hängen kann, ist dagegen fotografisch schwierig.

 

Die „Kochelmoos-Hütten“

Ein persönliches Highlight sind für mich die vielen kleinen Holzhütten, die zum Teil immer noch als Lagerort für Heu dienen, inzwischen jedoch meistens Geräteschuppen sind. Oder sie verfallen. Diese kleinen Hütten gibt es nicht nur in den Loisach-Kochelsee-Mooren, sondern überall im Alpenvorland

 

Flora und Fauna in den Loisach-Kochelsee-Mooren

Vogelbeobachter:innen siehst du häufig mit Spektiven durch die Moorgebiete wandern, gelten sie doch als eine der bedeutendsten Wiesenbrütergebiete Bayerns. Seltene Arten wie den Brachvogel, die Bekassine, zahlreiche Enten- und Gänsearten sowie Braunkehlchen lassen sich aus gebührendem Abstand und mit etwas Glück beobachten (vor allem Brachvögel sind echt selten geworden). Störche brüten im Umland, sodass du auch sie auf den Wiesen antriffst. Und der Biber ist wieder da, was du vielerorts an abgenagten Bäumen und Biberdämmen siehst.

Auf ausgewählten Wiesen findest du Orchideen, Sumpfgladiolen, Schwertlilien, Trollblumen, Enziane und mehr Pflanzenarten. In den Moorbereichen wächst unter anderem der Sonnentau.

Bitte auf die Hinweisschilder achten, wann und wo du nicht die Wege verlassen sollst.

 

Kochelsee, Loisach und weitere Seen

Wie der Name schon sagt, werden die Moore von der Loisach durchkreuzt und südlich vom Kochelsee begrenzt. Große Teile des Kochelseeufers stehen unter Naturschutz. Dennoch ist auch auf dem See viel los: SUP-Paddler, Boote, Fischer, Kitesurferinnen, Badegäste, etc.

Die Loisach fließt hier begradigt durch das Moorgebiet. Bei Schlehdorf fanden Maßnahmen zum Hochwasserschutz statt, weshalb die Loisach da wieder etwas mehr Platz hat.

Neben dem Kochelsee liegen im Moos weitere kleinere Moorseen. Nicht alle sind erreichbar per Fuß. 

 

Klimawandel im Moos

Der Klimawandel macht auch nicht vor den Loisach-Kochelsee-Mooren halt. Vor allem nach starken Regenfällen stehen Teile der Wiesen unter Wasser, die Loisach tritt über die Ufer. Moore spielen eine wichtige Rolle als Kohlendioxid-Speicher, weshalb einige Renaturierungsmaßnahmen im Gange sind. Vor allem bei Benediktbeuern sind einige Menschen da sehr engagiert.