Dr. Martina Melzer, 14.6.26
Schon vor einigen Jahren hatte ich die Nase voll von Facebook. Es war total unübersichtlich, der Feed zeigte nicht an, was ICH wollte, sondern was Meta wollte. Also entschied ich mich, meinen Facebook-Account zu löschen.
Es folgte Twitter. Twitter nutzte ich als Journalistin, weil ich so Wissenschaftler:innen folgen konnte und Neuigkeiten über Studien erfuhr. Aber als aus Twitter X wurde und "Mr. M" die Plattform übernahm, sagte ich auch dort: tschüss.
Nun, einige Jahre später, habe ich beschlossen, auch meinen Instagram-Foto-Account zu löschen. Schon lange gingen mir die Plattform und die App auf die Nerven. Ich begann mich zu vergleichen, mehr und mehr zu posten, in der Hoffnung auf mehr Aufmerksamkeit, Likes, Follower und eventuell auch Menschen, die meine Bilder erwerben wollten oder an meinen Inhalten interessiert waren (z.B. Verlage). Gebracht hat das alles nichts, außer, dass es auf Kosten meiner mentalen Gesundheit ging und mich davon abhielt, meine Zeit im Freien oder mit ECHTEN Freund:innen zu verbringen.
Instagram fördert aus meiner Sicht in erster Linie große Accounts. Die werden größer und größer, weil sie viele Menschen anziehen und auf der Plattform halten. So kann Meta fleißig Nutzerdaten sammeln und Werbung schalten. Das mit der Werbung verstehe ich ja, denn die App ist kostenfrei und Meta muss sich finanzieren. Aber dass sich daraus ein Datenkrake entwickelt hat und Meta einer der reichsten Konzerne weltweit ist, finde ich nicht so toll. Und dann habe ich ja auch sicher noch die KI mit meinen Inhalten gefüttert, auch wenn ich widersprochen habe.
Egal. Es fühlt sich komisch an. Aber der Account hat mir einfach nichts gebracht. Ich habe einen zweiten Account für die Gesundheitsinhalte, die ich teile. Und da ich damit Menschen helfen kann, macht es für mich Sinn, diese Plattform dafür weiter zu nutzen.
Statt Instagram mit meinen Bildern zu füllen, möchte ich lieber wieder mehr auf meiner Webseite hier veröffentlichen.
Ach ja, und meinen Bluesky-Account habe ich auch wieder gelöscht. Bekomme ich halt etwas weniger mit. Aber vielleicht ist das sogar besser für meine Psyche!

