Skandinavien

Skandinavien umfasst ein Gebiet, das von Grönland bis zum Nordkap, an die russische Grenze und nach Süd-Dänemark reicht. Wer alle Ecken bereisen möchte, ist wahrscheinlich sein ganzes Leben damit beschäftigt. Aber vermutlich geht es vielen Skandinavien-Liebhabern ähnlich wie mir: Es gibt Ecken, die einen besonders anziehen.

 

Mir hat es in den meisten Regionen der Norden angetan: der Norden Norwegens, Schwedisch- und Finnisch-Lappland. Aber auch Island und Grönland (siehe auf der Seite "Arktis"). Der hohe Norden Norwegens bietet eine der spektakulärsten Berglandschaften der Welt. Spitze Felswände ragen aus dem Meer heraus, Sandstrände laden zum Verweilen ein (je nach Wetter...), rote Holzhäuschen schmiegen sich an die Berghänge. Anders in Schwedisch-Lappland: Auch hier in der Region Laponia grandiose Berge, aber kein Meer. Dafür Seen, Wald, Tundra. Finnisch-Lappland dagegen: Wald, Wald, Wald. Doch hier, an der Grenze zu Russland, findet man dafür mit etwas Glück und der Hilfe einheimischer Fotografen Braunbären.

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Island hat das Potenzial, Fotografen in den Wahnsinn zu treiben. Im Positiven wie im Negativen. Im Positiven wegen seiner schwarzen Lava-Strände, auf denen die weiße Gischt ihre Spuren zieht. Wegen der Eiskristalle, die der Vatnajökull freigibt und die zu Tausenden an den Strand geschwemmt werden. Wie Diamanten leuchten sie. Wegen der Wasserfälle, den Vulkanen, dem farbigen Gestein, den Islandpferden, den Papageitauchern, den Polarfüchsen.

 

Doch auch im Negativen macht Island wahnsinnig. Das Wetter schwankt innerhalb von Minuten zwischen strahlend blauem Himmel, Regen, Schnee, Nebel, tiefhängenden Wolken. Der Grund: Es geht praktisch immer Wind. Es gibt Wind mit Sonne, Wind mit Regen, mit Schnee, es gibt Wind mit Nebel. Und er variiert zwischen 20 km/h und 120 km/h. Am Strand kriecht deshalb der Lavasand in jede Kameraritze. Steht man an einer heißen Schwefelquelle und plötzlich dreht der Wind, stockt einem der Atem. Im Winter fräsen sich Eiskristalle in die Augenwinkel. Und bisweilen schaft man es nicht, die Autotür auf- oder zuzukriegen.

 

Ein weiteres Problem ist die Zahl an Touristen. Es werden jährlich mehr. Gefühlt ist jedes dritte Auto deutsch. Wer keinen Blick für die fragile Natur hat, kann viel zerstören. Ein Beispiel: Auf einer geführten Tour zu den Laki-Kratern deutete der Guide immer wieder auf Reifenspuren im Sand. Sie waren nicht von gestern, sondern sind vor Jahren entstanden. Und haben die sensible Flora zerstört. Eigentlich ist es dort verboten, abseits der Piste zu fahren. Doch wen stört´s?